Zwei Betriebssysteme installieren, um im startmenü auszuwählen

Dual Boot ermöglicht die Installation von Linux und Windows auf einem Computer, wobei wichtige Vorteile wie Datenschutz und Programmkompatibilität kombiniert werden. Risiken minimieren durch gute Vorbereitung.
Linux bietet viele Vorteile für Programmierer und Datenschutz. Dennoch ist Windows oft unverzichtbar. Videospiele und spezialisierte Arbeitsprogramme laufen nur dort. Virtuelle Maschinen bringen meistens nur Frustration: Der Computer wird langsamer, RAM wird knapp, alles ruckelt. Die Lösung ist Dual Boot: zwei Betriebssysteme auf einer Festplatte. Jedes Mal, wenn der PC hochfährt, wählen Sie das gewünschte System. Die Sorge, versehentlich Dateien zu löschen, ist verständlich, aber gut vorbereitete Partitionen minimieren die Risiken.
BitLocker und schnelles starten
Moderne Rechner, besonders mit Windows 11, haben eine Falle: BitLocker. Dieses Verschlüsselungssystem schützt Daten, kann aber problematisch werden. Wenn Sie Platz für ein weiteres Betriebssystem schaffen wollen, ohne BitLocker zu deaktivieren, geraten Sie in Schwierigkeiten. Windows fordert einen langen Wiederherstellungsschlüssel, den kaum jemand zur Hand hat. Bevor Sie etwas unternehmen, navigieren Sie zu den Verschlüsselungseinstellungen und setzen den Festplattenschutz aus.
Ein weiteres Hindernis: das Schnelle Starten. Diese Funktion versetzt den PC in einen Tiefschlaf, statt ihn komplett auszuschalten. Ein frisches Betriebssystem kann nicht installiert werden, da die Festplatte "belegt" erscheint. Deaktivieren Sie das schnelle Starten in den Energieoptionen. So entsperren Sie eine verschlossene Tür vor dem Eintritt ins neue System.
Raum für das neue system schaffen
Jetzt, da die Festplatte "frei" ist, schaffen Sie Platz für das zweite Betriebssystem. Keine seltsamen Programme nötig; nutzen Sie einfach das Systemwerkzeug. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Start-Schaltfläche und öffnen Sie Datenträgerverwaltung.
Suchen Sie das Hauptlaufwerk (meist C:), klicken Sie mit der rechten Maustaste und wählen Sie Volume verkleinern. Bestimmen Sie den Platz, den das neue System benötigt. Sichere 60 bis 100 Gigabyte sind empfehlenswert. Alternativ können Sie unseren Leitfaden zu den besten kostenlosen Programmen zur Festplattenpartitionierung konsultieren.
Der intelligente USB-Stick
Um die Installation zu starten, brauchen Sie einen USB-Stick. Die alte Methode, ein ISO-Image zu "brennen", ist überholt, da Sie den Stick jedes Mal formatieren müssen. Die Lösung: Ventoy.
Ventoy ist clever. Einmal auf dem USB-Stick installiert, verhält er sich wie eine externe Festplatte. Ziehen Sie einfach die ISO-Dateien (Linux Mint, Ubuntu oder Windows) hinein. Beim Hochfahren zeigt Ventoy ein Menü mit den Dateien. Wählen Sie, was Sie starten möchten. Bevorzugen Sie die traditionelle Methode? Dann ist Rufus die beste Wahl für ein einzelnes bootfähiges Medium.
Installation und auswahl beim booten
Stecken Sie den USB-Stick ein, starten Sie den PC neu und drücken Sie die Taste für das Boot-Menü (typischerweise F12, F8 oder F2). Bei modernen Systemen wie Ubuntu oder Linux Mint beginnt die Installation dann reibungslos.
Sehr intelligent: Das Programm erkennt Windows und bietet die Option Neben Windows installieren an.
Wählen Sie diese Option, nutzt es den zuvor freigelassenen Speicher und lässt Ihre Windows-Dateien unberührt. Am Ende wird der GRUB installiert, ein Bootloader, der beim Start des Computers erscheint. Sie haben wenige Sekunden, um mit den Pfeiltasten zwischen Windows und Linux zu wählen. Um die Kompatibilität mit bestimmten Linux-Versionen sicherzustellen, kann es nötig sein, Secure Boot im BIOS zu deaktivieren.
Wenn Windows im Boot-Menü nach der Linux-Installation fehlt oder wenn Sie zwei Windows-Versionen installieren, nutzen Sie EasyBCD. Diese Windows-Anwendung lässt Sie manuell Boot-Menü-Einträge hinzufügen, das primäre System auswählen und den Countdown für die Auswahl verlängern.
Probleme nach der Installation
Nach der Installation könnten einige merkwürdige, jedoch normale Unterschiede zwischen den Systemen auftreten.
- Die falsche Uhrzeit: Windows und Linux lesen die Zeit des Motherboards unterschiedlich. Tauschen Sie zwischen den Systemen, ist die Uhr oft um zwei Stunden verstellt. Dies lässt sich einfach mit einem Befehl im Linux-Terminal beheben, der das System anweist, die lokale Zeit zu verwenden.
- Windows ist verschwunden: Wenn Windows im Boot-Menü nach der Linux-Installation nicht mehr erscheint, keine Panik. Melden Sie sich bei Linux an, öffnen Sie das Terminal und geben Sie
sudo os-proberein. Dieser Befehl findet andere Betriebssysteme auf der Festplatte und fügt sie dem GRUB-Menü hinzu. - Unsichtbare Dateien: Von Linux aus sehen Sie alle Inhalte auf der Windows-Festplatte (Fotos, Dokumente, Videos). Umgekehrt sind Linux-Partitionen für Windows unsichtbar, weil sie in einem nicht erkennbaren Dateiformat vorliegen.
- Das zweite System löschen: Wenn Sie eines Tages das zweite System entfernen wollen, löschen Sie nicht einfach die Partition. Dabei könnte der GRUB-Manager beschädigt werden, und der PC könnte nicht mehr wissen, wie Windows zu starten ist. Der ursprüngliche Bootloader von Windows muss zuerst über die Eingabeaufforderung im Wiederherstellungsmodus wiederhergestellt werden.
Die Alternative für Unsichere
Wenn die Arbeit an Festplattenpartitionen Ihnen Angst bereitet oder Sie nur kurz ein Programm testen möchten, ist Virtualisierung die beste Wahl. Mit einer virtuellen Maschine in VirtualBox führen Sie ein Betriebssystem in einem Fenster aus, wie ein normales Programm. Sie müssen die Festplatte nicht partitionieren, riskieren kein Löschen und können alles mit einem Klick stoppen, falls etwas schiefgeht.
Jahre lang habe ich mit Dual Boot experimentiert und habe den PC mehrmals aufgrund alter mechanischer Festplatten zum Absturz gebracht. Heute, mit SSDs und UEFI, ist der Vorgang einfacher und sicherer, aber die Angst vor Datenverlust bleibt. Besitzen Sie einen Desktop-PC oder ein Laptop mit einem freien Slot für eine zweite Festplatte, empfehle ich, eine günstige SSD für 20 oder 30 Euro zu besorgen. Die Installation des zweiten Systems auf einer separaten physikalischen Festplatte ist die beste Lösung: Die Systeme stören sich nicht, Sie riskieren keinen Verlust und auch wenn eine Festplatte ausfällt, funktioniert die andere einwandfrei.

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